Ist Reformpädagogik die Lösung?

Die Zukunft der Schule hat gestern begonnen

So der Titel des Vortrags, den ich am  26. 5.2017 beim 1. Österreichischen Dalton Kongress in Deutschlandsberg gehalten habe. Die Teilnehmer kamen aus aller Welt: Holland, Ungarn, Slowenien und Polen. Sogar aus China war ein Schulgründer da, der nach dem Dalton-Plan arbeitet. Insgesamt 47 Teilnehmer und Teilnehmerinnen: Interessierte, engagierte Idealisten, die die Schulwelt besser gestalten wollen!

 

Diesen Menschen zolle ich von ganzem Herzen meine Hochachtung.

 

Dennoch war das Ziel meines Vortrags wachzurütteln. Diese und viele andere Bewegungen, auch zum Beispiel *Schule im Aufbruch* träumen von einer idealen Schulwelt.  Aber träumen heißt auch schlafen! Das Wort "Schlaf" ist altgermanischen Ursprungs und eine Nominalbildung zu „schlafen". Auch das niederländische "slaap" und englische "sleep" gehen auf diesen Ursprung zurück. "Schlafen" bedeutet ursprünglich "schlapp werden“. Ergo: Träumen ist zu wenig! Leute, wacht endlich auf und schaut der Realität ins Auge! Was ist los mit unserer Schule? 

 

Mit der *Schule* ist gar nichts los,  durchaus zweideutig gemeint. Da wird diskutiert, geplant, überlegt, politisiert … und was geschieht konkret? Herzlich wenig, teils Alibihandlungen, Minireformen und Erlässe, die nicht ausreichend helfen. 

 

Daltonplan?

Interessiert verfolgte ich die Vorträge der anderen Referenten, denn ehrlich gesagt, mit dem Daltonplan habe ich mich noch nicht beschäftigt. Hier ein kleiner historischer Einblick:

 

1905

Helen Parkhurst. beginnt ihre Laufbahn als Lehrerin an einer einklassigen Volksschule in Wisconsin.

1913

Helen Parkhurst. geht nach Italien, um das Werk von Maria Montessori. zu studieren.

1915

Maria Montessori. und Helen Parkhurst. gehen zusammen in die Vereinigten Staaten von Amerika. Helen Parkhurst hilft Maria Montessori bei der Realisierung ihrer Ideen in Kalifornien. 

1922

Helen Parkhurst beschreibt in ihrem Buch die Prinzipien einer neuen Pädagogik und nennt es *Dalton-Plan*. Die zwei wichtigsten Prinzipien sind:

 

FREIHEIT

gemeint ist Wahlfreiheit, unlöslich verbunden mit der 

 

VERANTWORTUNG

für die Entscheidungen, die man trifft.

 

Beides gilt für den Lernenden UND den Lehrenden.

 

„Dalton ist idealerweise kein System, sondern eine Lebenseinstellung", formulierte Helen Parkhurst, Der Dalton-Plan kann also in jeder Schulform angewandt werden. Auf dem Stundenplan steht *Dalton*.  Ich denke, wenn dort *Freiarbeit* oder *Werkstattunterricht* steht, ist das gleichberechtigt. 

 

„Dass es nichts Neues unter der Sonne gibt, ist in der Erziehung ebenso wahr wie anderswo. Die Methode der Organisation und des Unterrichts, wie sie Helen Parkhurst in ihrem Dalton-Plan beschreibt, bildet keine Ausnahme von dieser allgemeinen Regel.“ (Percy Nunn, 1870 – 1944, Erziehungswissenschafter)

 

Die Vortragenden wurden unter anderem in einem Interview gefragt, was die wichtigste Botschaft sei. Da gab es tatsächlich Statements, die mich gruseln ließen.

 

Fortsetzung folgt.

 

Das war Teil 1 - Der Dalton-Plan, 100 Jahre alt und noch immer nicht allgemein verwirklicht!

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