Gedanken über Bildung, Schule & Co

Do

27

Jul

2017

Viel zitierte Schlagworte im Schulalltag

Legasthenie, Dyskalkulie, ADS, ADHS, AVWS… und sonstige Etikettierungen

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So

02

Jul

2017

Wenn das Gehirn endlich hören kann ...

Das missverstandene Kind

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Sa

27

Mai

2017

Ist Reformpädagogik die Lösung?

Die Zukunft der Schule hat gestern begonnen

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Di

16

Mai

2017

Legasthenie, AD(H)S, AVWS oder einfach nur … *öldumm*?

Schon früher gab es AVWS & Co

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Mo

08

Mai

2017

Schon wieder Ritalin für eine angebliche Konzentrationsschwäche

Hörverarbeitung kann Grund dafür sein!

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Fr

20

Mai

2016

Rechtschreibschwach oder bloß kreativ?

Speedy (Name geändert), 3. Schulstufe, kommt zum dritten Mal zu mir. Die Diagnostik ist abgeschlossen. Die Hauptprobleme sind: Hörverarbeitungsdefizit, bei schulischen Tätigkeiten nur kurze Konzentrationsphasen, viele Rechtschreibfehler.

 

Die Mutter hat auf meine Bitte hin Hefte mitgebracht, in denen die Speedy-Schreibungen (ich nenne sie auch gerne allgemein Privatschreibungen) zu sehen sind. Es ist kein rotes Meer, aber ein grünes. Mit außergewöhnlich schöner Handschrift sind die Wörter ausgebessert und für die Verbesserung vorgeschrieben. Das tut meiner Lehrerseele gut, denn immer seltener sehe ich in Schülerheften vorbild-liche Schriften. Was mir noch auffällt, sind die ausführlichen und detailreichen Zeichnungen, mit denen Speedy da und dort die Heftseiten füllt. „Zeichnest du gerne?“, frage ich ihn. Sein Gesicht verwandelt sich buchstäblich in eine Strahlesonne, begleitet von einem glücklichen „JAAAAA!“

 

Oh, das ist super. Denn im ersten Schritt werde ich Speedy die Bildwortmethode beibringen. Wie heißt es doch so schön? Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Kinder mit Hörverarbeitungsdefiziten profitieren von dieser Methode sehr. Wir legen los …

 

 

 

Franzi Püller

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Fr

06

Mai

2016

Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir …

Netty (Name geändert), 4. Schulstufe, kommt mit ihren Eltern. Es soll abgeklärt werden, ob bei Netty eine Dyskalkulie oder Rechenschwäche vorliege. „Ein nettes, sympathisches Mädchen!“, kommt mir in den Sinn. Freundlich und offen lässt sie sich auf ein Gespräch mit mir ein. Sie gehe gerne in die Schule, erklärt sie mir. „Alle meine Freundinnen aus der Kindergartenzeit gehen dorthin, wir machen viel in der Natur und spielen Theater.“

 

Die Mutter berichtet über den schulischen Werdegang. Das sei die dritte Schule, die Netty jetzt besuche. Normalerweise vermute ich bei solchen Erzählungen, dass das Kind weitreichende hinderliche Symptome also so genannte Teilleistungsdefizite mit sich herumschleppt, die schulisches Überleben schwierig machen. Aber bei Netty war es echt Pech mit den Pädagoginnen. Manchmal stimmt halt die Chemie wirklich nicht.  Netty ist ein sehr sensibles Mädchen und hat ein sehr feines Gehör. Auch jetzt berichtet sie auf die Frage, was ihr in der jetzigen Schule nicht gefalle, dass eine Lehrerin *schreie*. Sie nehme es aber nicht mehr ernst. Für das Leben gelernt?

 

Übrigens: Die Diagnostik ergab nicht das Vorhandensein einer Dyskalkulie, sondern einer Rechenerwerbsschwäche. Ich freue mich schon sehr, mit Netty in das Land der Zahlen zu reisen und zu erleben, wie aus der Rechenverweigerung Rechenbegeisterung wird.

 

 

Franzi Püller

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