Viel zitierte Schlagworte im Schulalltag

Legasthenie, Dyskalkulie, ADS, ADHS, AVWS… und sonstige Etikettierungen

Ja, es sind tatsächlich „Schlag-Worte“: Lehrer schlagen Alarm und Eltern schlagen zurück. Politiker liefern sich einen Schlagabtausch nach dem anderen: Ganztags-schule, Schulreformen, Klassengrößen, Lehrverpflichtung u.v.m.

Burnout bei Lehrern und Schülern, Bewegungsmangel und Schulangst machen Schlagzeilen.

Institutionen versprechen kurzfristig durchschlagende Erfolge: „ Er benötigte nur wenige Wochen Trainingszeit, bis seine Legasthenie überwunden war. Heute ist er eine ausgesprochene Leseratte und verbringt manchmal Stunden auf dem Sofa mit einem spannenden Buch.“ (… aus dem Internet zitiert) … Wer es glaubt wird selig! Ja, in dem einen oder anderen Fall möglich! Das habe ich in meiner Praxis auch schon erlebt. Ein, zwei Stunden und das wars. Aber im Allgemeinen braucht es von allen, Eltern, Kindern, LehrerInnen und LerntrainerInnen Geduld, Konsequenz und vor allem spezielles Know How.

Privatschulen Kategorie *Hohe Leistungsanforderungen* haben schlagkräftige Argumente, wie wichtig Leistung sei und so ergibt sich automatisch, dass etikettierte Kinder erst gar nicht aufgenommen werden. 

Wie einfach!

Einschlägige Privatschulen Kategorie *Es wird sich schon von alleine entwickeln* sind lieb. Sie schlagen einen Weg vermeintlicher Freiheit ein. ein. Aber sie produzieren Kinder, die mit 12 noch nicht lesen können (leider selbst erlebt!) Besagtes Kind hatte einen unentdeckten Bildlagefehler, sprich sah doppelt. Wie soll sich da das Lesen von selbst entwickeln. So manch alte Volksweisheit hat schon seinen Sinn: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Es klingt hart, aber schon Maria Montessori hat als wichtigste Aufgabe der Pädagogin/des Pädagogen die Beobachtung in den Mittelpunkt gestellt. Dadurch, dass sie/er registriert, was das Kind tut, kann, welche Ziele es erreicht hat, ist zu erkennen, wo auch gewisse "Defizite" oder Entwicklungsverzögerungen vorliegen. Dies sollte aber auch Abklärung miteinbeziehen, ob alle körperlichen Teilleistungen genügend ausgebildet sind, die für das Erlernen der Kulturtechniken notwendig sind.

Privatschulen Kategorie *Laissez-faire* sind auch lieb. Sie sehen Grenzen, Regeln und gezieltes Lernen als Anschlag auf die Psyche. Sie produzieren unter Umständen Kinder, die mit 9 nicht mal noch im Zahlenraum 10 rechnen können. Auf die erste beunruhigte Nachfrage der Eltern erfahren sie: „Ihr Kind greift einfach nicht zu den Rechenmaterialien!“ Auf dann schon erheblich beunruhigtes Nachfragen Ende der 3. Schulstufe hören sie den erschreckenden Satz: „Ihr Kind wird nie rechnen lernen!“ Leider habe ich das in meiner Praxis erlebt! Übrigens: Dieses Kind wechselte in eine öffentlich Volksschule und wurde von mir begleitet. Die Mutter fungierte unter meiner Anleitung als Trainerin, die Lehrerin kooperierte großartig und ließ sich darauf ein, Anfang der 4.Klasse mit dem Stoff der 1.Klasse zu beginnen und das Kind war motiviert und äußerst fleißig. Und nun, Ende der 4.Klasse: Die Schere konnte geschlossen werden. Das Kind wird ab Herbst die NMS OHNE !!!! sonderpädagogischen Förderbedarf besuchen.

Tja, … zusammengefasst: Die betroffenen Kinder und deren Eltern? Sie schlagen sich durch, so gut es eben geht.

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