Rechtschreibschwach oder bloß kreativ?

Speedy (Name geändert), 3. Schulstufe, kommt zum dritten Mal zu mir. Die Diagnostik ist abgeschlossen. Die Hauptprobleme sind: Hörverarbeitungsdefizit, bei schulischen Tätigkeiten nur kurze Konzentrationsphasen, viele Rechtschreibfehler.

 

Die Mutter hat auf meine Bitte hin Hefte mitgebracht, in denen die Speedy-Schreibungen (ich nenne sie auch gerne allgemein Privatschreibungen) zu sehen sind. Es ist kein rotes Meer, aber ein grünes. Mit außergewöhnlich schöner Handschrift sind die Wörter ausgebessert und für die Verbesserung vorgeschrieben. Das tut meiner Lehrerseele gut, denn immer seltener sehe ich in Schülerheften vorbild-liche Schriften. Was mir noch auffällt, sind die ausführlichen und detailreichen Zeichnungen, mit denen Speedy da und dort die Heftseiten füllt. „Zeichnest du gerne?“, frage ich ihn. Sein Gesicht verwandelt sich buchstäblich in eine Strahlesonne, begleitet von einem glücklichen „JAAAAA!“

 

Oh, das ist super. Denn im ersten Schritt werde ich Speedy die Bildwortmethode beibringen. Wie heißt es doch so schön? Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Kinder mit Hörverarbeitungsdefiziten profitieren von dieser Methode sehr. Wir legen los …

 

 

 

Franzi Püller

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Aktuell:

Schau zum Blog!